Im Podcast “Talking with Jeremy Miller about ALT.NET” spricht James Avery mit Jeremy Miller über ALT.NET und die Community allgemein.

Beim ALT.NET Open Spaces in Seattle wurde wieder eine sehr negative Session angesetzt, “Why so mean?”. Scott Hanselman stellt hier sehr provokant die Frage, warum die Community immer mehr Energie aufwendet um zu Kritisieren, anstatt die neuen Technologien positiv nach aussen zu tragen. Dies kann ich nach meinen jetzigen Erfahrungen beim .NET Open Spaces in Ulm nicht bestätigen. Bei uns habe ich keinerlei negative Energie gespürt.

Andererseits sehe ich es genauso wie Jeremy: Ansätze, die teilweise gegeneinander arbeiten. DDD widerspricht meiner Meinung nach oft den bisher genutzten Kapselungen. Was nun besser oder schlechter ist kann ich derzeit noch nicht sagen, dazu kenne ich selbst DDD zu wenig. Die Mehrheit der ALT.NET Community hat wohl noch nicht einen allgemeingültigen Weg zur Verfügung, der aus dem bisher eingebrachten Wissen entstanden ist.

Was wohl langfristig nötig ist, dass wir uns über den Grundgedanken von ALT.NET wieder bewusst werden. Der entstehende Code soll clean, korrekt und erweiterbar sein. Also eine auf den Code zentrierte Produktentwicklung. Der Weg mit CCD sehe ich damit als den Richtigen und CCD spricht auch gerade einen positiven Aspekt an.

Seht ihr ähnliche Tendenzen wie Jeremy in der deutschen Community?

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3 Responses to “Gibt es negative Energien in der deutschen ALT.NET Bewegung?”
  1. Christina Hirth says:

    Es scheint, dass ALT.NET die FDP der Softwareentwicklungswelt ist: die Opposition von der (gefühlten) Herrschaft vom Microsoft 😉 Und als solche, ist seine Rolle unabdingbar!
    Das heißt aber noch lange nicht, dass alles was die (CSU) Microsoft tut BÖSE ist, auch wenn sie jedem Amateur das Programieren ermöglichen. Ich meine, Dreamweaver hatte bereits vor 10 Jahren fertige Codeschnipsel für Datenbankanbindung bereitgestellt aber man musste den NICHT nutzen, man konnte es auch selbst ausprogrammieren. Also anders gesagt: keine zwingt dich, oder?
    Eins ist sicher: es gibt den Heiligen Gral der Softwareentwicklung – noch nicht. Und das bedeutet, man sollte alles mit Obacht genießen und sich vergewissern, dass der gewählte Weg zu dem bestimmten Projekt und zu dem bestimmten Team passt. Dann kann man auch den richtigen Code schreiben und danach ruhig schlafen, egal ob es um Microsoft-Framework oder um Castle-AddOns geht. Und die Amateur-Coder werden ihrer Arbeit nicht lange verkaufen können, wenn diese unpflegbar und unwartbar ist.

    ALT.NET existiert nur weil Microsoft existiert. Solange die Community das Ziel hat, den Weg zu dem perfekten Code zu finden, können wir alle davon profitieren: sowohl pro- als auch kontra-Microsoft-Coder.

  2. Thomas says:

    Ich glaube dass sowohl ALT.NET als auch bei uns CCD dazu führen, dass man sich als Entwickler einfach bewusster mit seiner Arbeit auseinandersetzt und eben “Prinzipien, Regeln und Praktiken für bessere Software” entwickelt und einsetzt, wie es bei CCD so schön heißt. Das hilft vor allem auch bei einer objektiveren Bewertung der Technologien, die MS so aus seinem Headquarter auf unsere Entwicklerrechner streamt – Jahr für Jahr.

    Praktisches Beispiel: DataReader, DataSet, TypedDataset, xDataSource, LINQ to SQL oder Entity Framework – das alles in nicht einmal 6 Jahren. Jeweils für “the next big thing” verkauft oder gepriesen. Jetzt kann ich hergehen und jedes Mal den aktuellsten Liebling verkaufen und preisen, oder ich greife – ganz pragmatisch – eben zu dem für mich gerade besten und kapsele es einfach in einem Repository, so dass es beliebig austauschbar ist. Um dahin zu kommen, muss man sich aber ein paar Gedanken rund um seinen Code bzw. die Architektur des selben machen und eben nicht alles ungeprüft nachplappern oder die unsäglichen Beispiele übernehmen. Das versetzt mich dann gleichzeitig auch mal in die Lage zu sagen, dass das Entity Framework eben immer noch scheiße ist, dass die ASP.NET-MVC-Sample-Apps zusammengestümpert sind usw. Und im Übrigen macht es MS selbst auch ein ganzes Stück besser, da sie wohl nirgendwo so schonungsloses Feedback für ihre eigenen Produkte bekommen. Von den “Zusammenklickern” können sie das jedenfalls nicht erwarten.

    War das jetzt eigentlich noch die Frage? Egal, ich drücke einfach mal den Absenden-Button ;-).

  3. Stefan Kölle says:

    Spannend wohin sich meine provokante Fragestellung entwickelt.

    Ich sehe also grundsaetzlich, die deutsche Community mag zwar MS auch nicht immer, aber man geht viel objektiver mit dem Thema um. Ich sehe in Amerika das Problem, dass durch eine grundsaetzlich negative Einstellung auch der spirit von ALT.NET langfristig als negativ empfunden wird.

    Genau dies freut mich in der CCD Bewegung!

    Gruss
    Stefan

  4.  
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